Verhinderung, Restauration und Verbreitung von degradierten Weiden in den feuchten Tropen Ostamazoniens
Verhindert und restauriert eine Gehölzanreicherung die ökologische Degradation von Weiden in Ostamazonien?
Projektbeteiligte:
Prof. Dr. Wollny, FH Bingen; Prof. Gerold, Dr Hohnwald, Georg-August Universität Göttingen; EMBRAPA, Belem, Brasilien
Kurzfassung:
In den feuchten Tropen Ostamazoniens degradieren Rinderweiden in ökologischer Hinsicht nach 10-15 Jahren. Da das traditionelle Agrarsystem von Kleinbauern auf der holzigen nährstoffregenerierenden Sekundärvegetation basiert, soll in diesem Projekt getestet werden, ob nicht auch Gehölze für den Weidebetriebserhalt und die Restaurierung von bereits degradierten Weiden genutzt werden können. Da unterschiedliche Tierarten viele kostengünstige Ökoservice-Funktionen bieten, soll der agrarökologische Nutzen dieser Tierarten bei der Restauration mit erfasst werden. Kernziele des Projektes sind, durch Low-Input Managementmethoden, durch die Förderung der natürlichen Sukzession oder durch die gleichzeitige Anreicherung mit Gehölzleguminosen degradierte Weideflächen in eine Capoeira oder in profitable Weiden zurückzuverwandeln. Ferner wird die Verbreitung degradierter Weiden mithilfe von Satellitenbildern untersucht und somit die Dringlichkeit der Erforschung aufgezeigt. Die Feldexperimente sollen on-farm mit Kleinbauernfarmen in der Bragantinaregion (Pará, Nordbrasilien) durchgeführt werden. Durch die Intensivierung der Weidenutzung auf bereits gerodeten Flächen könnte der Druck auf Primärwälder vermindert und Fortschritte in der nachhaltigen Landnutzung erreicht werden.
Ziele:
Es soll ein ganzheitliches Konzept gegen die Degradierung von Rinderweiden in Amazonien erarbeitet werden. Dabei werden vier Forschungsziele im Sinne der regionalen Weideverbesserungsstrategien angestrebt: Verhinderung von Weidedegradation (Projekt 1), Rückführung von bereits degradierten Weiden in produktive Weiden (Projekt 2), Rückführung von bereits degradierten Weiden in eine Capoeira (Projekt 3) und eine durch Satelliten- und Luftbilder gestützte Erfassung zur Verbreitung von degradierten Kleinbauernweiden in der Bragantinaregion (Projekt 4). Die Instrumente, mit deren Hilfe eine Weidedegradation verhindert bzw. restauriert werden soll, lassen sich ebenfalls aus den oben genannten Punkten ableiten. Sie sollen mithilfe von leicht anwendbaren, kostengünstigen Gehölzanreicherungs-, Tier- und Managementeffekten erreicht werden.
Inhalte:
1 Vermeidung von Weidedegradation
1.1 Gemanagte Gras-Capoeira-Leguminosen-Weide mit verschiedenen Tierarten
1.2 Intervall-Gehölzleguminosen-Weiden
1.3 Caféteria-Beweidungsversuch mit Capoeira-Arten
2 Rückführung degradierter Weiden in produktive Weiden
3 Rückführung degradierter Weiden in eine Capoeira
4 Verbreitung von degradierten Weiden
Detaillierte Informationen zu diesem DFG Projekt sind auf Anfrage erhältlich (wollny[at]fh-bingen.de)



